Ökoregion Kaindorf

Chance für Landwirte und Klima:

Humus-Aufbauprogramm der Ökoregion Kaindorf


Was ist das Humusprogramm der Ökoregion?

Das Humusaufbauprogramm der Ökoregion Kaindorf wurde 2007 als Pionierprojekt. Mittlerweile beteiligen sich über 300 Landwirte in ganz Österreich daran und bewirtschaften mehr als 4.000 Hektar Ackerland auf humus-aufbauende Weise. Teilnehmende Landwirte bauen in einem Zeitraum von drei bis sieben Jahren Humus auf seinen Flächen auf. Die Ökoregion eine Reihe von Maßnahmen die dabei zum Ziel führen (Begrünungen, Zwischenfrüchten, Komposte, schonende Bodenbearbeitung, sachgerechte Düngung). Die Landwirte werden dabei durch Wissensvermittlung unterstützt (jährliche Humustage im Jänner stattfinden, Veranstaltungen der Humusakademie, Humusstammtische). Für den aufgebauten Humus (bzw. das im Humus gespeicherte CO2) kann der Landwirt ein Erfolgshonorar beanspruchen (derzeit 30€ pro Tonne CO2).

Warum Humus aufbauen?

  • Humusreiche Böden sind fruchtbarer – Humus fördert das Bodenleben und damit die Basis für gesunde Pflanzen bei reduziertem Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln.

  • Widerstandfähigere Pflanzen sorgen für stabile Erträge – Ein lebendiger Boden stärkt die Pflanze angesichts des globalen Klimawandels.

  • Humusböden sind wesentlich widerstandsfähiger gegenüber Erosion durch Starkregen, Überschwemmungen und Wind.

  • Humusböden können sehr viel Wasser speichern und sicheren Erträge bei Trockenheit.

  • Humusböden reduzieren den Austrag von Nitrat, minimieren Stickstoffverluste und schützen dadurch das Grundwasser.

  • Humusböden tragen zum Klimaschutz bei – Humus besteht zu ca. 60% aus Kohlenstoff, beim Aufbau von Humus wird CO2 aus der Atmosphäre im Boden eingelagert. Humusaufbau hilft daher mit die globale Klimakrise abzumildern.


Wie funktioniert das Programm?

  • Landwirte können mit ein oder mehreren Schlägen zwischen jeweils 1 und 5 Hektar am Humusaufbauprogramm teilnehmen.

  • Außer den Kosten für die Bodenuntersuchungen (390 EUR pro Untersuchung) gehen die Landwirte keine Verpflichtung ein.

  • Von jedem Humusschlag werden im Zuge der Startuntersuchung 25 GPS-vermessenen Bodenproben durch ein zertifiziertes Ziviltechnikerbüro entnommen und zu einer Mischprobe vereinigt, von der der Humusgehalt bestimmt wird (Startwert). Die Bodenprobe wird von der AGES in Wien nach ÖNORM-Standards analysiert. Zusätzlich werden austauschbare Kationen, Schwefel und Phosphor sowie Spurenelemente nach der Albrecht/Kinsey-Methode bestimmt.

  • Drei bis sieben Jahre nach der Startuntersuchung wird eine Erfolgsuntersuchung durchgeführt. Aus der Zunahme des Humusgehalts wird die Menge an zusätzlich gespeichertem CO2 berechnet. Bei erfolgreichem Humusaufbau erhält der Bauer ein Erfolgshonorar von derzeit 30 € pro Tonne gespeichertem CO2 (Richtpreis, nicht garantiert!). Bis zum Jahr 2020 konnten so insgesamt rund 370.0000 € an Erfolgshonoraren an die teilnehmenden Humusbauern ausbezahlt werden.

  • Nach Auszahlung des Erfolgshonorars muss der aufgebaute Humus nachweislich für weitere 5 Jahre erhalten werden muss. Die wird durch eine dritte Bodenuntersuchung überprüft (Kontrolluntersuchung). Kommt es in diesem Zeitraum zu einem Abbau von Humus, ist das Erfolgshonorar anteilig zurückzuzahlen.

  • Finanziert werden die Erfolgshonorare durch Unternehmen und Privatpersonen die ihre nicht vermeidbaren CO2-Emission kompensieren auf regionale und nachvollziehbare Weise kompensieren wollen. Sie unterstützen damit direkt Bauern. Auf diesem Weg hat die Ökoregion einen freiwilligen, regionalen CO2-Zertifikathandel etabliert, der derzeit von Firmen wie HOFER KG, VBV-Vorsorgekasse, sto und vielen Klein- und Mittelbetrieben unterstützt wird.

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Kontakt

Stefan Forstner, BSc MSc

Projektmanager Humusaufbau

Tel.: +43-3334-31426-13

Mobil: +43-699-10697333

E-Mail: stefan.forstner@oekoregion-kaindorf.at