Fragen & Antworten

Gibt es nicht mykorrhizierende Standorte?

Ja, auf sehr stark phosphorhaltigen Standorten entwickeln sich keine Mykorrhiza, da eine der Hauptaufgaben die Phosphormobilisierung ist. Die Pflanze benötigt daher die Mykorrhiza nicht und geht auch keine Symbiose ein. Dies ist sehr nachteilig, da auch einige Mikronährstoffe schlechter aufgenommen werden und bei Trockenheit weniger Wasser genutzt werden kann.

Was ist die Basensättigung?

Tonminerale und Humus haben eine negative Ladung, daher können sich Kationen (positive Ladung) anlagern (Ca++, Mg++, K+, Na+, H+). Es kann jedoch nur eine bestimmte Anzahl an Nährionen und H+ angelagert werden, je mehr H+ angelagert ist, desto geringer ist die Basensättigung mit Nährionen für die Pflanzen.


Wie hängt Kälberdurchfall mit Bodengesundheit zusammen?

Kälberdurchfall beginnt sehr oft mit Selenmangel der sich auf die Zellerneuerung auswirkt und damit Muskelschwäche auslöst. Dadurch haben die Kälber keinen bzw. einen schlechten Saugreflex. Selen ist ein Eiweißbestandteil und braucht ein ausgeglichenes Stickstoff - Schwefel - Verhältnis.

Dr. Elisabeth Stöger.

Wie kalken, vor allem auf magnesiumreichen, zur Klutenbildung neigenden Böden?

Das ist eine schwierige Sache. Zunächst braucht man eine Basensättigungs-Analyse (deswegen empfehle ich die Kinsey-Bodenuntersuchung), denn es kann auch Kalkmangel vorliegen - bei hohen pH-Werten! Ist die Kalziumbasensättigung zu niedrig, wird ja Kalkung empfohlen.

Ist sie zu hoch (> 68-70% Ca-Basensättigung bei Neal Kinsey), wird kein Kalk empfohlen. Die Bodenstruktur wird durch die Kalzium- und Magnesiumübersättigung geprägt, es sind eben die schweren, kalten Böden. Das begrenzt die mikrobielle Aktivität und damit die Bodenatmung. Diese braucht die Pflanze für die Kalziumaufnahme! Kalziummangel auf kalziumübersättigtem Standort kann also die Folge sein. Besonders, wenn das Bodenleben durch Anbaumaßnahmen geschädigt wurde, tritt Kalziummangel auf. Die anderen Nährstoffe sind auf diesen Standorten ebenso schlecht verfügbar. Deshalb sind solche Böden erstrangig bodenaufbauend - regenerativ zu bewirtschaften.

Was ist zu tun?

  1. Bodendiagnose:
    Struktur vor der Arbeit mit Spaten und Sonde prüfen.

  2. Bestandesdiagnose auf Kalkmangel:
    nach der Saat blasses Aussehen, gelbe Blattspitzen beim Getreide, im Raps grüne Blattadern ua., klare Brechungsgrenze im Refraktometer, Werte der Pflanzenanalyse.

  3. Maßnahme auswählen:
    schwache Kopfkalkung mit gut wirksamen Kalk, Blattspritzung mit fein vermahlenem Kalk, Behandlung mit Fermenten.

  4. Kontrolle:
    Blattfarbe wird grüner, im Refraktometer wird die Brechungsgrenze undeutlich, der Erdbehang an neuen Wurzeln wird auffällig stärker, an Wintergerste reduziert sich Typhula


Quelle: Dipl. Ing. (FH) Dietmar Näser


Warum ist die Basensättigung so wichtig?

Entscheidend ist das Verhältnis der angelagerten Nährionen und H+. Es gibt Auskunft über Bodeneigenschaften, da die unterschiedlichen Ionen verschiedene physikalische Eigenschaften im Boden haben.

Anzustreben ist ein Verhältnis (lt. Kinsey): Ca: 66-70%, Mg: 10-14%, K: 3-5%, Na: 0,5-3%, H+: 10-15%

Magnesiumübersättigung, eine häufige Herausforderung

Magnesium ist im feuchten Zustand sehr groß und im trockenen sehr klein,

d.h. es entstehen bei der Trocknung sehr viele Risse und bei Wasserüberschuss eine klebrige Masse.

So viel Schwefel düngen, ich habe ja schon 10 kg über den Entzug gedüngt!

Die Nährstoffbilanz einer Kultur läßt den Nährstoffaufschluß durch Pflanzen, den Bodenstoffwechsel und die Austauschvorgänge im Boden unberücksichtigt. Der Boden ist kein Gefäß, das vor der Entnahme gefüllt werden muß, sondern ein lebender Organismus, der bei Gesundheit gehalten werden sollte.

Schwefel nimmt die Pflanze aus dem organischen Teil des Ton-Humus-Komplexes auf, ist der Humusgehalt niedrig z.B. <3% bei Sandlehmen, reicht es nicht. Wenn das Bodenleben gleichzeitig artenarm und inaktiv ist (sieht man an fehlenden Regenwürmern), kommt es zu Schwefelmangel. Eine Schwefeldüngung beginnt zunächst, Ungleichgewichte der Basensättigung auszugleichen, das „verbraucht“ Schwefel. Das Bodenleben nutzt bei Mangel den gedüngten Schwefel auch, deshalb sind die Empfehlungen so hoch - es soll ja auch bis zur Ertragsbildung reichen.


Quelle: Dipl. Ing. (FH) Dietmar Näser

www.gruenebruecke.de

Was sagt mir die Kationenaustauschkapazität (KAK)?

Die Pflanzenwurzel kann H+ Ionen abgeben und mit Nährionen austauschen. z.B.: H+⇄K+

Je nach Humusgehalt und Tongehalt und angelagerten H+ Ionen an den Austauschern hat ein Boden unterschiedliche Kapazitäten zur Speicherung an Kationen. Je mehr gespeichert sind, desto höher ist die KAK.

H+am Austauscher

Wasserstoff Ionen wirken wie Platzhalter am Humus oder Tonmineral. Wenn gedüngt wird, werden sie von den gedüngten Ionen verdrängt und die gedüngten Nährionen können gespeichert werden. Sind keine H+ Ionen am Humus oder Ton, können Sie nicht langfristig gespeichert werden. Sie sind im Bodenwasser gelöst und können leicht ausgewaschen werden. Daher sollten ca. 15% H+ an den Austauschern sein.

Pfluglose Mindererträge gegenüber pflügenden Nachbarn?

Hat es gegeben, vor allem auf schweren oder kalten Standorten. Auf diesen Standorten ist die biologische Aktivität des Bodens gering, als Voraussetzung für hohe Nährstofffreisetzung. Wenn diese Böden verdichtet sind, wird es noch schlechter. Der Pflug schafft durch Oxidation einen Nährstoffschub und bricht Verdichtungen auf - mit allen Nebenwirkungen, insbesondere dem erneuten Pflugbedarf.

Die maximale Förderung der biologischen Aktivität sollte deshalb immer am Beginn reduzierter Bodenbearbeitung stehen. Gründüngung mit allem was geht - das ist mehr als Stoppelsaat-Zwischenfrucht -, Flächenrotte, Gleichgewichte herstellende Düngung und Unterbodenlockerung, auch partiell, sind die Anfangsmaßnahmen. Die Aufwertung organischer Dünger fördert die Bodenbiologie ebenso. Eine gezielte Anwendung von Enzymen, Fermenten und mineralischen Blattdüngern kann den belebenden Effekt der Maßnahmen verbessern.

Muß man gegen die Bodenbelebung „sündigen“ (nasse Ernte, Dienstleister, Hackkulturen, Feldgemüse), sind akkurat umgesetzte Maßnahmen zur Bodenbelebung, wenn es geht, um so wichtiger.


Quelle: Dipl. Ing. (FH) Dietmar Näser

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Was sind die erfolgsentscheidenden Merkmale einer Fräse?

Abgewinkelte Messer, Räder vorn und hinten, ein Getriebe. Die Farbe ist unerheblich.