Untersaaten

Gräser für den Humusaufbau

Sehr häufig wird heutzutage von den Gräsern gesprochen, wenn Landwirte Humus in ihren Böden akkumulieren möchten. Doch warum hat gerade diese Pflanzenfamilie so eine große Bedeutung für den Humusaufbau? Gräser durchwurzeln den Oberboden so dicht wie keine andere Pflanzenfamilie, daher wird die Wurzeloberfläche maximiert. An der Wurzelnahen Zone werden einerseits Wurzelausscheidungen in den Boden abgegeben, die von Mikroorganismen umgebaut werden und sich zum Teil über verschiedene Prozesse mit Tonmineralen zu Ton-Humuskomplexen und Wasserstabilen Bodenkrümel verbinden. Andererseits erfolgt nach Absterben der Wurzel ein ähnliches durch die Wurzelbiomasse. Durch die Bildung von Ton-Humuskomplexen und Wasserstabilen Bodenkrümel kann organische Kohlenstoff im Boden akkumuliert werden. Zusätzlich fördern Gräser Mykorrhizapilze, welche auch eine große Bedeutung für die Pflanzenernährung und Humusakkumulation haben.

Gräser kann man in unterschiedlichen Formen in die Fruchtfolge einbauen. Zahlreiche Landwirte sähen sie als Untersaat oder geben sie mit in die Zwischenfrucht. Vor allem in Getreide und Mais, aber auch in anderen Kulturen wie Leguminosen oder Kürbis bieten Gräseruntersaaten eine sehr einfache und effektive Begrünungsmaßnahme. Durch einen frühen Aussaatzeitpunkt im Herbst oder Frühjahr kann sich der Untersaatenbestand langsam entwickeln und bietet im Idealfall schon rasch nach der Ernte der Hauptfrucht eine Begrünung der Ackerflächen.

Sehr positiv wirken sich Untersaaten auch in Leguminosen aus, da sie überschüssigen, von den Knöllchenbakterien produzierten Stickstoff für die Folgekultur konservieren. Häufig sind zu hohe Stickstoffkonzentrationen im Blatt Mitursache von Schädlingsbefall bei Leguminosen. Kombiniert man z.B. die Ackerbohnen mit Gräsern, können diese überschüssigen Stickstoff aufnehmen und damit den Druck an Schädlingen reduzieren. In vielen Kulturen, wie bei Mais oder Kürbis, steigern Untersaaten die Befahrbarkeit nach der Ernte und nehmen zusätzlich den Druck der möglichst raschen Anlage von Zwischenfrüchten ach der Ernte weg. Zusätzlich wird der Boden nach der Ernte vor Erosion und Nährstoffauswaschung geschützt und die Kohlenstoffproduktivität optimiert.

Eine andere Variante Gräser in die Fruchtfolge zu bekommen ist die Anlage in Zwischenfruchtmischungen. Einige Landwirte legen die Zwischenfruchtmischung auch in den Untersaatenbestand nach der Ernte der Hauptfrucht an. Dies hat den Vorteil, dass die Gräser sehr gut entwickeln können. Im Herbst verwenden viele Betriebe die Zwischenfrucht zur Futternutzung. Dies fördert die Entwicklung der Futtergräser, da sie durch den Schnitt des Bestandes mehr Licht bekommen und sich auch bei kühlen Temperaturen wieder gut entwickeln können. Durch die intensive Durchwurzelung und das Wachstum bei kühleren Temperaturen tragen die Futtergräser einen wesentlichen Beitrag zur Krümelung des Bodens im Winter bei. Gleichzeitig konservieren sie über den Winter auswaschbaren Stickstoff für die Nachfrucht.

Autor: Ingmar Prohaska

Die Zwischenfrucht wurde hier nach der Ernte in einen M2 Untersaatenbestand gesät.
Untersaat nach der Getreideernte
M2 Untersaat nach Mais
M2 Untersaat nach Mais
Kürbisernte mit DSV M2 Untersaat
DSV M2 im Winterweizen
DSV M2 nach Winterweizen