Bio Pflanzenkohle

Bio Pflanzenkohle und Wirtschaftsdünger

Bei ordnungsgemäßer Lagerung und entsprechender Behandlung sind die Vorteile der Ausbringung von Wirtschaftsdüngern in der landwirtschaftlichen Praxis unbestritten. In den letzten Jahren wird der Einsatz von Bio Pflanzenkohle in der Tierhaltung zunehmend thematisiert. Wissenschaftliche Erkenntnisse[1] belegen die positiven Einflüsse:

+ bessere Düngewirksamkeit von Bio Pflanzenkohle-behandelten Wirtschaftsdüngern durch Änderung der mikrobiellen Zusammensetzung und Erhöhung der N-Effizienz. Die N-Verluste werden mehrfach reduziert (N-Bindung bei der Lagerung – hier weniger Ammoniak-Ausgasung, Reduktion der Lachgas-Emissionen am Feld)

+ Mykorrhizapilze werden gefördert und damit das Pflanzenwachstum angeregt. Bei regelmäßiger Anwendung von Bio Pflanzenkohle reichert sich diese wegen ihrer hohen Stabilität im Boden an. Kohlenstoffgehalt und Bodenfruchtbarkeit werden langsam erhöht.

+ positive Auswirkungen von Bio Pflanzenkohle als Futterzusatz (50-200g/GVE und Tag) auf Tiergesundheit und Leistung. Das Milieu im Magen-Darmtrakt wird verbessert, Toxine und Schadstoffe absorbiert. Das führt auch zu einer Geruchsverbesserung und Verringerung von Nährstoffverlusten und Methanemissionen in den Ausscheidungen, die Trockenmasse wird erhöht.

+ Geruchsreduktion bei der Ausbringung von behandelter Gülle. (Aufwandsmenge bei Gülle: 1 m3 Güllekohle pro 100m3 Gülle)

Bio Pflanzenkohle im Kompost

Insbesondere bei der Kompostierung von Bioabfällen kann der Zusatz von Bio Pflanzenkohle Verluste von Kohlenstoff und Stickstoff reduzieren und Geruchsbelästigung verringern. Diese Komposte sind nährstoffreicher und die Produktionsleistung der gedüngten Pflanzen höher.

Bitte beachten: Bio Pflanzenkohle ist derzeit nur bei der Eigenkompostierung für den Hausgebrauch erlaubt und nicht in der kommerziellen Kompostierung. Die Kompostverordnung ist diesbezüglich in Überarbeitung und mit der Neuauflage (Ende 2020) soll Pflanzenkohle dann endgültig auch hier erlaubt sein.

Bio Pflanzenkohle ist als Einstreu, als Gülle- oder Kompostzusatz, sowie zur Bodenanwendung im Biolandbau zugelassen. Die Fütterung ist im Biolandbau nur mit Ausnahmegenehmigungen (als „Hausmittel“, vom Tierarzt verschrieben) zulässig.

(Beitrag von Gerald Dunst, Ökoregion Kaindorf )


[1] Schmidt, H. P., C. Kammann, A. Gerlach & H. Gerlach: Der Einsatz von Pflanzenkohle in der Tierfütterung, Ithaka-Journal, Arbaz, Switzerland, www.ithaka-journal.net/95, ISSN 1663-0521, pp. 364-394, 2016Toth, J.D. & Z. Dou: Use and impact of biochar and charcoal in animal production systems. In: Guo, M., He, Z. and Uchimiya, S.M. (eds.): Agricultural and Environmental Applications of Biochar. SSSA Special Publication 63, 199-224, 2016.